Vier Hochalpine Tage, Stubachtal 2025
Im Jahr 2025 gab es kaum stabile Wetterphasen im Sommer, in einer Woche mitten im August stimmte es endlich. Werner Feichtinger und ich (Michael Loidl) hatten das Glück genau da Urlaub zu haben.
Unser Plan waren hochalpine Regionen im Stubachtal im Pinzgau. Diese Gegend kenne ich schon recht gut, aber es gibt immer noch viel Neuland zu erkunden. Im vorigen Jahr fanden wir schon einige schöne Rauchquarze am Gletscherrand.
Schon lange beobachteten wir einen recht abgelegenen Bereich an dem das Eis die letzten Jahre stark zurückwich. Am ersten Tag kamen wir schon relativ weit nach oben, konnten aber nur feststellen das die neuen Felspartien keinen Quarz oder andere interessante Bereiche aufwiesen.
Nach einigen Stunden erreichten wir schließlich eine Zone in der einige große Quarzgänge durch den Gneis zogen. Leider gab es bei keiner dieser Adern etwas Interessantes zu entdecken. Wenige Meter entfernt begann ich bei einer unscheinbaren kleinen Störung zu arbeiten und konnte eine kleinere Kluft öffnen. Bald hatte ich eine Hand voll Rauchquarze im Übergangshabitus bis etwa 7 cm geborgen. Hinten in der Kluft wartete noch eine schöne Stufe. Ein guter Start!
Unser Werkzeug deponierten wir auf ca. 2850 Meter und machten uns wieder auf den Weg ins Tal. Nach guter Verpflegung und erholsamen Schlaf starteten wir früh morgens wieder bei top Wetterbedingungen und suchten weiter an den Gletscherrändern und Felsinseln.
Wir kamen gut voran und holten unser Werkzeug. Wir untersuchten die Umgebung sehr genau konnten in der Nähe noch ein paar kleinere Quarze finden. An einer vielversprechenderen Stelle arbeiteten wir einige Zeit gemeinsam, dort kamen leider nur etwas größere Kristallbruchstücke zum Vorschein. wir hätten uns eigentlich erhofft das die klüftige Zone größer wäre, wir stellten beim weitersteigen jedoch wieder nur eine weite, in Bezug auf Klüfte völlig trockene Gegend fest.
An diesem Tag verbrachten wir etwa 12 Stunden damit über vom Gletscher abgerundete Felsen zu steigen und Eisfelder zu queren, gingen oft getrennt große Bereiche ab und konnten nichts Spannendes entdecken. Einzig der Bereich des Vortags war gut. Allerdings waren das Wetter und die Aussicht wunderbar. Die Schönheit der Gebirgswelt ließ uns nicht verzagen und wir verbrachten einen super Tag am Berg.
Am dritten Tag besuchten wir einen anderen Bereich, dort wurde in der Vergangenheit schon oft gesucht und auch gefunden, wie alte ausgeräumte Klüfte bewiesen. Auch hier inspizierten wir viel und arbeiteten an einigen Stellen auch länger. Es kamen immer wieder nur Kristallscherben und höchstens ein paar kleine Spitzerl zum Vorschein. An einer Stelle zog eine Kluft unter einem Quarzband etwa einen halben Meter in den Berg. Alles war mit feinem Gletschersand verfüllt. Quarz war leider nur an der Decke als lange Fläche kristallisiert aber ein kam eine Überraschung aus dem unteren Bereich der Kluft. Calcit in Form von Kanonenspat in 3 brauchbaren Handstufen. Am Abend dieses Tages merkten wir schon das wir körperlich viel geleistet hatten, lange Touren knapp an 3000 Meter Seehöhe zehren schon etwas an der Substanz und so beschlossen wir noch eine kleinere Tour ohne Gletscherberührung am letzten Tag unseres Stoanaurlaubes. Wir konnten wieder ein paar verdächtige Stellen ausmachen, leider waren nur seitlich flach ankristallisierte Quarzteile zu Finden.
Am Nachmittag waren schon wieder Wolken am Himmel und es begann wieder eine Instabilere Wetterphase.
Auch wenn wir uns in so einem großen Bereich etwas mehr erhofften waren wir zufrieden 4 Hochalpine Tage bei bestem Wetter genießen zu können. Immerhin fanden wir einige Bearbeitungswürdige Stellen, beim Inhalt der Klüfte fehlte nur noch ein bisserl Glück.
Ein paar brauchbare Stücke waren für unsere Sammlungen aber auch wieder dabei!
ml 2026

Werner am Eis

abgelegenes Terrain wird untersucht

Rauchquarzfund am ersten Tag!

die wahrscheinlich schönste Stufe aus dieser Kluft

neuer Tag neues Eis

Groß aber leider nur ein "Scherben"

Calcit als Kanonenspat aus einer Zentralgneiskluft

Abendstimmung

Werner in wunderbarer Kulisse (Stubacher Sonnblick und Granatspitze im Hintergrund)

eine neue Kluft! ... Leider war der Inhalt schon vom Frost zerstört

Gletscherränder werden abgesucht

Blick zum Weisssee am Nachmittag

Wunderschöner Anblick (Granatspitze)
